1. August 2018 | Publikation: archimaera

  Cover archimaera#7 © archimaera  

Ende Juli ist die siebte Ausgabe von archimaera online gegangen. Das Themenheft mit dem Titel „Dialog als Herausforderung. Erforschen, Erhalten, Erläutern und Entwickeln von Welterbestätten“ wird herausgegeben von Daniel Buggert, Caroline Helmenstein und Anke Naujokat und umfasst Beiträge der internationalen Tagung „Bauforschung im Dialog. Erforschen, Erhalten und Erläutern von Welterbestätten", die im November 2015 am Lehrstuhl für Architekturgeschichte der RWTH Aachen ausgerichtet wurde.

Auszug aus dem Editorial


„Laut der UNESCO-Welterbekonvention aus dem Jahr 1972 ist der Welterbestatus mit fünf Pflichtaufträgen verbunden, die die Vertragsstaaten im Hinblick auf ihre Welterbestätten erfüllen müssen: "the identification, protection, conservation, presentation and transmission to future generations". Dieser Auftrag ist komplex, denn er bedingt die Mitwirkung ganz unterschiedlicher Disziplinen unter Anwendung ihrer jeweils spezifischen Arbeits- und Erkenntnismethoden. […] Der Weltkulturerbe-Status kann als Verstärker des Spannungsfeldes zwischen solchen divergierenden Aufträgen und Interessen wirken, die grundsätzlich an jedem Denkmal aufeinandertreffen. Bei Welterbestätten geschieht dies allerdings oft unter besonderem zeitlichem Druck, vor der Folie ökonomischer Interessen – wie der Konkurrenz um Fördermittel – und im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Ob diese Situation als Chance oder als Gefahr wahrgenommen wird, beeinflusst entscheidend, ob es zu einem produktiven interdisziplinären Austausch kommt, der die Vielfalt der Perspektiven ins Positive wendet, indem er das gegenseitige Verständnis für Ziele und Methoden befördert und Synergien ermöglicht. Dies erfordert, dass jede Disziplin ihre Rolle reflektiert und dass zugleich die Disziplinen in einen Dialog miteinander treten. […]

Diese Erkenntnisse führten zur Konzeption der internationalen Tagung „Bauforschung im Dialog. Erforschen, Erhalten und Erläutern von Welterbestätten", die im November 2015 am Lehrstuhl für Architekturgeschichte der RWTH Aachen ausgerichtet und von der DFG gefördert wurde. Alle Referentinnen und Referenten der Tagung arbeiteten oder forschten im Umfeld von Welterbestätten und repräsentierten dabei ganz unterschiedliche Verantwortungen, Rollen und Perspektiven. Ihre Beiträge und die Diskussionsrunden erkundeten das Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichen von der UNESCO formulierten Aufträgen des Erforschens, Erhaltens, Entwickelns und Erläuterns zum einen, und zum anderen zwischen den verschiedenen Akteuren und Disziplinen, die an einem Welterbe-Denkmal mit teils unterschiedlichen Motivationen, Interessen, Fragestellungen und Methoden aufeinandertreffen. Die vorliegende Ausgabe von archimaera trägt die Großzahl der Tagungsbeiträge zusammen.“

 
 

Kontakt

Dr.-Ing. Caroline Helmenstein
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Naujokat
Dipl. Arch. Bruno Schindler
Dipl.-Ing. Architektin Verena Hake