2022 | Zentralspanien

  Stadtsilhouette von Lerma © Tobias Glitsch  

Eine Nachlese von Svenja Kruijer

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Exkursionspause bot sich in diesem Jahr endlich wieder die Gelegenheit, eine Pfingstexkursion zu veranstalten, die uns nach Zentralspanien führte.

Zu Beginn explorierten wir Toledo mit seinen vielfältigen kulturellen Einflüssen. Als ehemaliger Schmelztiegel der Religionen und Kulturen konnte die Stadt architektonische Spuren der Westgoten, der Mauren sowie der kastilischen Könige, deren Residenzstadt sie zeitweise gewesen war, bewahren.

Der zweite Teil der Exkursion widmete sich "Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial", der hochherrschaftlichen Palastanlage Philipps II. Die auf einer Hochebene nördlich von Madrid gelegene Anlage stellte einen besonderen Höhepunkt unserer Reise dar, besteht durch Infantin Isabella, die Tochter Philipps II., doch ein direkter Bezug zum belgischen Wallfahrtsort Scherpenheuvel, der im Rahmen unseres DFG-Forschungsprojekts "Scherpenheuvel. Kirche und Stadt im Siebeneck", untersucht wurde. Neben diesem herausragenden Beispiel habsburgischer Palastarchitektur waren auch die Residenzen Aranjuez und San Ildefonso eindrucksvolle Stationen, anhand derer die Bautätigkeit der spanischen Habsburger im Umland von Madrid nachvollzogen werden konnte.

Durch einen Exkurs in die spanische Geschichte des vergangenen Jahrhunderts, der uns in das Valle de los Caídos zur durch den Faschismus vereinnahmten Felsenbasilika und Gedenkstädte der im spanischen Bürgerkrieg Gefallenen führte, wurde auch die Zeit der Franco-Diktatur thematisiert.

Der Besuch von Segovia ermöglichte es uns anschließend, anhand zahlreicher Bauten auf die Entwicklung der Stadt bis in die römische Zeit zurückzublicken. Den Abschluss der Exkursion bildete schließlich das historische Zentrum von Lerma, einer kleinen Residenzstadt des gleichnamigen Herzogs, dessen Palacio Ducal über ein noch in wenigen Teilen erhaltenes Hochkorridorsystem mit den umliegenden Klöstern und Kirchen verbunden war.

 
 

Kontakt

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Naujokat