Emil Steffann

  Ziegelsichtige Kirchenfassade vor blauem Himmel © Caroline Helmenstein  

Emil Steffann | Themen seines Lebens, Elemente seiner Architektur (Arbeitstitel)


Der Architekt Emil Steffann (1899–1968) ist einer der bedeutendsten Kirchenbaumeister seiner Generation. Nachdem er bereits mit der Fronleichnamsgestaltung in Lübeck 1932 sowie mit der 1942 im lothringischen Boust errichteten „Scheunenkirche“ – gleichsam die Urform seiner späteren Kirchenbauten – Bekanntheit in Fachkreisen erlangt hatte, errichtete er mit seinem Atelier in der kurzen Zeitspanne zwischen 1950 und 1968 rund 40 Kirchen und Klöster – alle aus der individuellen Aufgabe heraus entwickelt und dennoch unverkennbar seiner Architektursprache folgend.
In dieser spiegeln sich wiederkehrende „Innere Bilder“, die sich ihm im Laufe seines Lebens eingeprägt haben, ebenso wie seine Überzeugung, dass Architektur aus der Wahrheit des Materials, der Logik der Konstruktion, den Bedingungen des Ortes und dem Sinn der Aufgabe hervorgeht. Die Architektur von Emil Steffann folgte demnach keiner zeitgebundenen Mode, stattdessen können seine archetypischen Bauformen zugleich als in der Tradition verhaftet und überzeitlich gültig eingeordnet werden.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wird das Gesamtwerk von Emil Steffann – seine realisierten ebenso wie seine ungebauten Entwürfe – im Sinne einer wissenschaftlichen „Entwurfsforschung der Architektur“ analysiert und umfassend in neuen Planzeichnungen und Fotografien aufbereitet. Untersucht werden hierzu – neben den Bauwerken selbst – Unterlagen aus dem Nachlass des Architekten im Archiv des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt sowie Archivalien aus Stadt-, Bistums- und Pfarrarchiven.
Betrachtet werden soll darüber hinaus das Fortwirken der von Steffann verwendeten Architekturmotive im Werk später bekannt gewordener Architekten, die eng mit ihm zusammengearbeitet haben, wie beispielsweise Heinz Bienefeld, Nikolaus Rosiny und Gisberth Hülsmann.

Ein auf umfangreichen Vorarbeiten basierender Forschungsantrag zur Weiterführung des Forschungsprojektes befindet sich aktuell in Vorbereitung.

 

 
 

Kontakt

Dr.-Ing. Caroline Helmenstein