Klosterkirche Maria Laach

  Westfassade der Klosterkirche Maria Laach Urheberrecht: © Tobias Glitsch  

Maria Laach. Bild und Bauprozess im Licht der Bauforschung


Die im Jahr 1093 gegründete Klosterkirche von Maria Laach gilt mit ihren sechs Türmen, den ausgewogenen Proportionen, der Formensprache im Detail sowie nicht zuletzt durch die charakteristische Materialität und Farbigkeit als eine Ikone der romanischen Architektur. Daher verwundert es nicht, dass der Bau – auch durch die Laacher Mönche selbst – in den letzten anderthalb Jahrhunderten Thema umfangreicher Forschungen war, sodass ihre Baugeschichte nunmehr als in vielen Teilen als geklärt gelten darf.

Die bisher erschienenen Veröffentlichungen beschäftigen sich dabei zwar sowohl bauforscherisch mit dem Gebäude selbst, als auch mit der kunsthistorischen Einordnung der einzelnen Schmuckformen. Die Dissertation erweitert den aktuellen Forschungsstand allerdings um den Aspekt der Autorenschaft und der baupraktischen Umsetzung des Gründungsgedankens. Zentrale Fragestellung ist hierbei, wie die konkrete Formfindung geschah und welche rhetorischen Motive damit in der Architektur der Kirche verwirklicht wurden. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des frühen Todes des Stifters Heinrich II. von Laach (1095) und seiner Frau Adelheid (1100) und der somit kurz nach Beginn des Baus mehrfach wechselnden Bauherrenschaft zu untersuchen. Der dritte Förderer der Kirche, Heinrichs Stiefsohn Siegfried, erneuerte die Stiftung erst im Jahre 1112 und verstarb darüber hinaus bereits ein Jahr später. Daher ist zu überprüfen, inwieweit dessen Beteiligung zu Planänderungen führte und vor allem, mit welcher Motivation diese vorgenommen wurden. Dabei soll auch erörtert werden, auf wen der Entwurf der Kirche letztendlich zurückgeht - schließlich ist nicht davon auszugehen, dass dies durch den Pfalzgrafen selbst geschah. Da für jene Epoche die Existenz von Bauplänen nicht angenommen werden kann, stellt sich ferner die Frage, inwieweit die ursprüngliche Bauidee überhaupt über die verschiedenen Baupausen hinweg tradiert werden konnte und ob sich Planänderungen daher auch auf den Wechsel der für den Bau Verantwortlichen zurückführen lassen.

Und schließlich soll die konkrete Umsetzung des Entwurfes auf der Baustelle nachvollzogen und überprüft werden, ob der Dimensionierung der Kirche ein Maßsystem zugrunde liegt, das für ein Gebäude der Romanik zwar eigentlich angenommen werden kann, das in Maria Laach auf Grund der unterschiedlichen Weiten der einzelnen Joche jedoch nicht unmittelbar ablesbar ist.

 

Ansprechpartner

Carsten Hensgens, M.Sc. RWTH