M1 | Bluets

  Die Königin der Nacht unter einem blauem Sternenzelt, Bühnenbild zu Mozarts "Zauberflöte" von K. F. Schinkel © Public Domain  

"Try, if you can, not to talk as if colors emanated from a single physical phenomenon. Keep in mind the effects of all the various surfaces, volumes, light-sources, films, expanses, degrees of solidity, solubility, temperature, elasticity, on color. Think of an object's capacity to emit, reflect, absorb, transmit, or scatter light; think of "the operation of light on a feather". Ask yourself, what is the color of a puddle?" (Maggie Nelson, Bluets)

Im Zuge des experimentellen M1-Projekts „Bluets“ werden wir uns auf viele verschiedene Weisen – so etwa auf lesende, auf philosophierende, auf entwerfende, auf schreibende und beschreibende – mit der Farbe Blau beschäftigen.

Teil Eins – Vom Wort zum Raum
Dazu werden wir zum einen das gleichnamige, autobiografische Werk der amerikanischen Schriftstellerin Maggie Nelson untersuchen, in welchem sie eine zutiefst mit dem Blauen verbundene Episode ihres Lebens in Form von 240 miniaturartigen Propositionen reflektiert. Wir werden versuchen, aus dem nicht selten poetischen Text eine höchstpersönliche Architektur für die Protagonistin herauszudestillieren und diese gleichsam – ganz im Sinne eines wissenschaftlich-literarisch motivierten Entwerfens – zu begründen. Folgende Fragen werden uns dabei beschäftigen: Wie „raumhaltig“ sind Nelsons Bluets? Und überhaupt: Was ist eigentlich eine biografische Architektur? Wo könnte sie sich in diesem Falle befinden? Welche Rolle spielen Farben, im Besonderen: Das Blaue? Wie viel Blau ist möglich, und ab wann ist es zu viel des Blauen? Anders ausgedrückt: Wie faszinierend, wie erträglich ist sie eigentlich, die Monochromie?

Teil Zwei – Vom Raum zum Wort
Parallel dazu werden wir uns mit tatsächlich gebauten blauen Architekturen diachron, kultur- und typologieübergreifend auseinandersetzen und kleine Beiträge für die derzeit im Rahmen des Forschungsprojekts „Blaue Architektur“ entstehende Buchpublikation verfassen. In diesem Projektteil gehen wir also genau umgekehrt vor: Wir übersetzen einen Raum in unsere eigenen, irgendwie ebenfalls höchstpersönlichen Worte.

Hinweis: Teilnehmende Studierende sollten eine Begabung für den Architekturentwurf wie das Schreiben gleichermaßen aufweisen und über gute bis sehr gute englische Sprachkenntnisse verfügen: Grundlage für den entwerferischen Projektteil ist die englische Originalfassung von Maggie Nelsons „Bluets“, und die oben genannten Beiträge für die Buchpublikation sind ebenfalls in englischer Sprache zu verfassen. Bei Fragen freut sich Verena Hake auf Ihre Nachricht.

 
 

Modul

M1 Hochbau- und Lehrforschungsprojekt
M.Sc. | 1. Semester

Termine

Kick-Off: Dienstag, 13. April 2021, 9 Uhr, über Zoom
Betreuungen: Dienstags nach Voranmeldung
Workshop 1: Dienstag, 8. Juni 2021
Workshop 2: Dienstag, 15. Juni 2021
Abgabe: Freitag, 23. Juli 2021
Endkolloquium: Dienstag, 27. Juli 2021

Zusatzinformationen

Teilnehmende Studierende sollten eine Begabung für den Architekturentwurf wie das Schreiben gleichermaßen aufweisen und über gute bis sehr gute englische Sprachkenntnisse verfügen: Grundlage für den entwerferischen Projektteil sind Maggie Nelsons „Bluets“ in englischer Originalfassung, und die oben genannten Beiträge für die Buchpublikation sind ebenfalls in englischer Sprache zu verfassen.

Dozentinnen

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Naujokat
​Dipl.-Ing. Architektin Verena Hake