S | Architektonische Miniaturen

  San Andrea delle Fratte, Rom © Bibliotheca Hertziana  

Kleine Modelle großer Bauten werden gemeinhin als Architekturminiaturen bezeichnet. Im Gegensatz dazu sind architektonische Miniaturen eigenständige Gebäude, die mit kunstvoller Reduktion der Größe und virtuoser Behandlung des Materials trotzdem alle typischen Funktionen minimal erfüllen können. Ob nun „Little Houses“ für Exzentriker*innen, „Follies“ für Snobs, „Andachtskapellen“ an heiligen Orten oder „Memorialbauten“ für die Nachwelt, alle diese „Kleinarchitekturen“ sind und waren Orientierungsräume für geistige Initiationen in neuartige Parallelwelten zur gewohnten Normalität. In der Architektur wie in der Malerei regen Miniaturen zur Kontemplation weitreichender Zusammenhänge in einer räumlich überschaubar gehaltenen Realität an.

Für Architekt*innen ist die Untersuchung der kleinsten Maßstäbe reizvoll, die die Frage nach den begrenzten Möglichkeiten und auch nach den einfachsten Typologien von „Small Buildings“ aufwerfen.

Das Seminar betrachtet die historischen Vorbilder: In Zweiergruppen werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet und anhand konkreter Bauwerke präsentiert. Es soll jedoch auch die Möglichkeit geboten werden, selbstständig in kleinsten Maßstäben eine ganz eigene Miniatur zu entwerfen, sowohl im Modell wie auch in Grundrissen, in Schnitten und Ansichten.

 
 

Modul

Kulturelle und Historische Grundlagen III | Seminar
B.Sc. | 5. Semester

Termine

Ausgabe: Montag, 10. Oktober 2022, 16:30 Uhr
Regeltermin: Montags, 16:30 bis 18 Uhr, Seminargebäude 1810|403
Abgabe: Montag, 30. Januar 2023

Dozent

Dipl.-Arch. Bruno Schindler