S | Conversio Romae. Umnutzung antiker Bauwerke in Rom

  Die Kirche San Lorenzo in Miranda im Tempel des Antoninus Pius und der Faustina © Yannick Ley  

Die antiken Bauwerke Roms bilden bis in unsere Gegenwart ein wichtiges Element des allbekannten Stadtbildes und dienen als architekturhistorische Zeugnisse einer dreitausendjährigen und in vielfacher Hinsicht einzigartigen Stadtgeschichte. Die bedeutsamen Gebäude blieben in den Jahrhunderten nach ihrer Erbauung jedoch nicht unberührt und lassen sich daher heute nicht mehr in ihrer urspünglich entworfenen Form bestaunen. Vielmehr wurden sie konstant architektonisch weiterentwickelt und somit auf variantenreiche Weise vollständig oder in Teilen um-, aus- oder abgebaut.

Ein besonderes Beispiel dieser Umnutzungstradition bildet die abgebildete Kirche San Lorenzo in Miranda, die in den antiken Tempel des Antoninus Pius und der Faustina auf dem Forum Romanum eingebaut wurde. Hier wurde ein Memorialbau, der einem divinisierten Kaiserpaar gewidmet war, zunächst um 800 zu einer frühchristlichen Kirche und um 1600 zu einer gegenreformatorischen Wandpfeilerkirche umgenutzt: Eine bedeutsame Entwicklung, die mit individuellen Facetten und entwurflichen Ausprägungen in einer Vielzahl römischer Bauensembles zu beobachten ist.

Das Fokusseminar verfolgt das Ziel der Untersuchung prägnanter Beispiele von Umnutzungen antiker Strukturen in Rom, die in Zweiergruppen inhaltlich sowie zeichnerisch  aufgearbeitet, dokumentiert und analysiert werden.

 
 

Modul

Kulturelle und Historische Grundlagen III | Seminar
B.Sc. | 5. Semester

Termine

Ausgabe: Montag, 17. Oktober 2022, 16:30 Uhr
Regeltermin: Montags, 16:30 bis 18 Uhr, Semi 90, SE 101
Abgabe: Montag, 6. Februar 2023

Dozent

Yannick Ley, M. Sc. RWTH