M2.1b | Vom Sakralen und Profanen

  Innenraum von St. Dionysius in Frelenberg © Philipp Pelzer  

Erhalt und Umnutzung der Filialkirche St. Dionysius in Frelenberg

 

Rund 20 km nördlich von Aachen liegt der Ort Frelenberg. Aufgrund des Steinkohleabbaus im Aachener Revier Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung stark an und so wurde 1955 ein Neubau für die zu klein gewordene alte Pfarrkirche beschlossen. Zwischen 1958 und 1960 wurde nach Plänen des Hagener Architekten Heinz Sanders die Kirche St. Dionysius errichtet: Ein großer Saalbau auf kreuzförmigen Grundriss mit Sakristei und Campanile.

Heute ist die Bevölkerungszahl Frelenbergs stetig rückläufig. Im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen des Bistums Aachen wurden 2010 die bis dahin eigenständigen Pfarreien von Übach-Palenberg daher zur Großpfarre St. Petrus zusammengeschlossen, deren Hauptkirche in Übach liegt. Ergänzend zur Fusion der Pfarreien wird nun die Profanierung der Frelenberger Filialkirche erwogen, dies ist der Anlass dieser Projektarbeit.

Der erste Teil des Projekts im Sommersemester 2022 befasste sich mit der regionalhistorischen Einordnung, einer Aufarbeitung des vorhandenen Archivmaterials und einem Bauaufmaß vor Ort. Die Ergebnisse der bauhistorischen Forschung zeichnen ein wechselvolles und vielschichtiges Bild des noch recht jungen Bauwerks in Substanz und Ausstattung: Die heutige Erscheinung der Kirche St. Dionysius ist zu verstehen als Überlagerung des bauzeitlichen Eindrucks mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen und zahlreichen sukzessive ergänzten Ausstattungsgegenständen.

Nach der Spurensuche am Bauwerk in Bauaufnahme, Recherche und Gesprächen werden nun Konzepte für eine mögliche Umnutzung der Pfarrkirche entwickelt. Die architektonische Transformation sakraler Räume ist längst kein Randthema mehr: Kirchenräume sind vielerorts “im Wandel”. Der dörfliche Kontext von St. Dionysius birgt dabei besondere Herausforderungen: Welche Perspektiven für eine Umnutzung sind an diesem speziellen Ort wirtschaftlich wie im Hinblick auf die identitätsstiftende Wirkung der Ortskirche denkbar? Der Handlungs- und Ermessensspielraum, der sich aus Denkmalschutz, Kirchenrecht/Trägerschaft und der Widmung des Raumes sowie der Gefühlslage der Gemeinde ergibt, ist behutsam zu ergründen.

Die Bearbeitung des M2-Projekts hat im Sommersemester 2022 begonnen und wird im aktuellen Wintersemester fortgesetzt.

 
 

Modul

M2.1b Entwurfsprojekt
M.Sc. | 2. und 3. Semester

Termine

Abgabe Broschüre und Pläne: Dienstag, 7. Februar 2023
Abgabe Modell und Endkolloquium: Dienstag, 14. Februar 2023

Selbstgestelltes M2-Projekt der Studierenden

Philipp Pelzer, B. Sc. RWTH und
Sarah Maria Schroeter, B. Sc. RWTH

Dozentinnen

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Naujokat
Dr.-Ing. Caroline Helmenstein
Dipl.-Ing. Architektin Verena Hake (Gastkritik)