Das Fach Plastik im Modul Sondergebiete des Gestaltens und Darstellens

 

Die Plastik als künstlerische Disziplin hat längst weit über den Begriff der Formgebung hinaus eine wesentliche Erweiterung erfahren. Die Arbeit im dreidimensionalen Bereich bezieht sich heute nicht mehr nur auf skulpturale Verfahren, sondern widmet sich intensiv der Raumwahrnehmung und Raumgestaltung auf verschiedensten Ebenen. Dies betrifft neben dem klassischen Raumbegriff besonders auch den urbanen und öffentlichen, aber auch den sozialen, politischen und virtuellen Raum.

Analog dazu entstehen neue praktische Verfahren: Kontextbezogenes Arbeiten, urbane Strategien, interdisziplinäre Projekte oder das umfassende Feld der neuen Medien erweitern das klassische Feld der Skulptur, der Konzeptkunst, der Plastik oder Performance.

Der Lehrstuhl für Plastik will in diesem Sinne in der Architekturausbildung eine weit gefächertes Verständnis verschiedenster Raum- und Formtypologien sowie den gestalterischen Umgang mit diesen vermitteln. Neben den weiterhin bedeutenden klassischen Formgebungsprinzipien und Materialerfahrungen steht also gerade die Arbeit mit Raum in seiner ästhetischen und gesellschaftlichen Multidimensionalität, die Entwicklung von Raumstrategien und die interdisziplinäre Verbindung zu anderen Sparten architektonischer, urbaner oder wissenschaftlicher Prägung im Vordergrund.

Am LfP bieten wir ihnen also die Möglichkeit, neben dem klassischen skulpturalen Arbeiten Erfahrungen in der Erarbeitung und Umsetzung hochaktueller Raum- und Gestaltungsstrategien zu sammeln und diese mit ihren studienspezifischen Interessen zu verknüpfen. Im weiteren Verlauf des Studiums bieten Seminare für Bachelor- und Masterstudierende Möglichkeiten zur Themenvertiefung, aber besonders auch eine spezifische Projektarbeit an, die besonders die interdisziplinäre Verknüpfung mit ihrem Studienschwerpunkt sucht. Dabei werden in Zukunft Themen wie urbane oder gesellschaftliche Räume, Kunst und öffentlicher Raum sowie das Verhältnis von Architektur und Kunst eine tragende Rolle spielen.

Im Zentrum der Arbeit des LfP stehen Sie als Studentinnen und Studenten und der Begriff eines ergebnisoffenen Arbeitens. Eine aktive und kooperative gemeinsame Arbeit, die sich nicht als frontales Unterrichtsprogramm, sondern als gemeinsamer Entwicklungsprozess begreift, bedingt ein gemeinschaftliches Verständnis des Lehrstuhls, der gerade auch den interdisziplinären Austausch mit der gesamten Fakultät Architektur und der RWTH ins Zentrum stellt.