Sakralkonversion. Vom Tempel zur Kirche

  Die Kirche San Lorenzo in Miranda im Tempel des Antoninus Pius und der Faustina Urheberrecht: © Yannick Ley  

Die antiken Bauwerke Roms bilden bis in unsere Gegenwart ein wichtiges Element des allbekannten Stadtbildes und dienen als architekturhistorische Zeugnisse einer dreitausendjährigen und in vielfacher Hinsicht einzigartigen Stadtgeschichte. Die bedeutsamen Gebäude blieben in den Jahrhunderten nach ihrer Erbauung jedoch nicht unberührt und lassen sich daher heute nicht mehr in ihrer urspünglich entworfenen Form bestaunen. Vielmehr wurden sie konstant architektonisch weiterentwickelt und somit auf variantenreiche Weise vollständig oder in Teilen um-, aus- oder abgebaut.

Ein besonderes Beispiel dieser Umnutzungstradition bildet die Kirche San Lorenzo in Miranda, die in den antiken Tempel des Antoninus Pius und der Faustina auf dem Forum Romanum eingebaut wurde. Hier wurde ein Memorialbau, der einem divinisierten Kaiserpaar gewidmet war, zunächst um 800 zu einer frühchristlichen Kirche und um 1600 zu einer gegenreformatorischen Wandpfeilerkirche umgenutzt: Eine bedeutsame Entwicklung, die sich in vielen weiteren Beispielen mit unterschiedlichen Facetten beobachten lässt und als Sakralkonversion bezeichnet werden kann.

Das Forschungsfeld wird neben der allgemeinen Untersuchung der Thematik insbesondere die Aufbereitung einer erfolgten Bauaufnahme zu Plänen und Rekonstruktionsmodellen zum Ziel haben.

 
 

Modul

Forschungsfeld
M. Sc. | alle Semester

Termine

Einführung: Dienstag, 11. April 2023, 15 bis 16 Uhr, Besprechungsraum AGes
Regeltermin: Dienstags, 15 bis 16 Uhr, Besprechungsraum AGes oder Zoom
Abgabe: Dienstag, 18. Juli 2023, 15 bis 16 Uhr, Besprechungsraum AGes

Dozent

Yannick Ley, M. Sc. RWTH