Mostra dell'Acqua Felice in Rom

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Die Mostra dell'Acqua Felice in Rom.
Schöpfung und Genese, Typologie und Bedeutung einer Frühneuzeitlichen Urbanen Wasserarchitektur


Im Rahmen des äußerst kurz währenden Pontifikats Papst Sixtus' V. (1585-1590) wurde der öffentliche Raum Roms signifikant transformiert: Durch die städtebauliche, architektonische und ikonographische Sakralisierung der Stadt auf allen Maßstabsebenen realisierte Sixtus V. in enger Zusammenarbeit mit seinem Leibarchitekten Domenico Fontana ein begehbares „tableau vivant“ (Peter Stephan) als programmatische Realszenerie für die wachsende Zahl der Pilgerscharen. So schrieb er dem Stadtkörper ein Netz schnurgerader Straßenachsen ein, das die sieben Hauptkirchen teilweise sternförmig miteinander verband, und an den Kreuzungspunkten dieser Achsen ließ er translozierte antike Triumphsäulen und altägyptische Obelisken wiedererrichten, die – umgedeutet als gegenreformatorisch-propagandistische Siegeszeichen – zur disziplinarischen Ausstaffierung des Stadtraumes beitrugen.

Da die höher gelegenen Monti im Nordosten Roms, auf denen sich auch die päpstliche Villa Montalto befand, nicht hinreichend mit Wasser versorgt waren, reaktivierte Sixtus V. gemeinsam mit Giovanni Fontana, dem anerkanntem Wasserbauingenieur und Architekt sowie Bruder Domenicos, die antike Aqua Alexandrina, erweiterte diese als Acqua Felice und gewährte deren Wasser einen triumphalen Einzug in die Stadt in Form der 1587 errichteten Mostra dell'Acqua Felice.

Die architekturgeschichtliche Bedeutung dieses Monumentalbrunnens, dessen manieristisch-überhöhte Attikazone von den Wohltaten des Stifters kündet, wurde bisher nie umfassend untersucht. Tatsächlich stellt die Mostra jedoch nicht nur ein zu Bauzeiten infrastrukturell notwendiges, sondern ein in mehrfacher Hinsicht vorausweisendes, vielleicht sogar revolutionäres Schlüsselbauwerk der Wasserarchitektur dar. Neben einer typologischen Bestimmung, die sich schwerpunktmäßig mit dem Äußeren des Bauwerks befasst, werden auch die Innenräume hinter der hochaufragenden aquatischen Scaenae Frons untersucht.

Ausgehend vom Bauwerk als Quelle zielt die monografisch angelegte Dissertation darauf ab, durch Anfertigung eines vollständigen verformungsgerechten Bauaufmaßes, durch intensive Bauforschung vor Ort sowie durch die gleichermaßen sorgfältige Ermittlung, Zusammenstellung und Auswertung relevanter Schrift- und Bildquellen die gesamte architektonische Entwurfs- und Entwicklungsgeschichte und deren vielschichtige Bedeutungsebenen nachzuzeichnen.

 
 

Ansprechpartnerin

Dipl.-Ing. Architektin Verena Hake