WiSe 2019/20 | Wiener Gemeindebau der 20er Jahre

  Außenperspektive des Gemeindebaus Urheberrecht: © Annika Wendt
 
 

Wiener Gemeindebau der 20er Jahre

Masterarbeit von Annika Wendt

Der Entwurf soll auf Basis der 20er Jahre Gemeindebauten ein passendes Wohn- und Gestaltungskonzept für einen Wohnungsbau vorschlagen. Die sozialen Ziele von der Schaffung einer Gemeinschaft und Diversität spiegeln sich im architektonischen Konzept wieder. Verschiedene Wohnformen und Wohngrößen bieten Platz für Jedermann. Durch Kooperationen und den Einbezug des öffentlichen Raumes kann der Bau mit seinen Bewohnern in die Gesellschaft und den Bezirk eingebunden werden. Das Gebäude soll sich nach außen nicht schließen und für Außenstehende offen wirken aber trotzdem den Mietern einen Ort des Schutzes und der Ruhe in einem mit sozialen Problemen kämpfenden Stadtbezirk bieten.

Im Städtebau hebt sich das entworfene Gebäude durch einen Turm, der an dem Ende der von Süden kommenden Straßenachse positioniert ist, von der Umgebungsbebauung ab. Die Grundkubatur des Gebäudes passt sich jedoch sowohl der Grundstücksform, als auch der umgebenden Stadtstruktur klar an, sodass das Gebäude nicht als Fremdkörper in Erscheinung tritt. Drei Höfe unterschiedlicher Art bieten verschiedene Aufenthaltssituationen an. Der offene mittlere Empfangshof fängt die Straßenachse von Süden auf und empfängt die Bewohner und Besucher und leitet diese direkt in den Bau hinein. Den großen grünen öffentlichen Hof erreicht man über zwei Tore, sodass man ihn im Rundgang — mit Startpunkt am städtischen Hof — einmal im Kreis durchlaufen kann. Er ist außerdem von der Donaukanalseite durch zwei Tore erreichbar und öffnet sich so auch Besuchern, die sich von dieser Seite nähern. An dem kleinen privaten Hof, im Osten vom städtischen Hof gelegen, liegen ausschließlich Wohneinheiten. Im Erdgeschoss finden wie hier die Sonderform der Maisonettewohnung, welche einen kleinen Terrassenbereich hat, der sich wiederum direkt an die für alle Bewohner benutzbare Grünfläche angliedert.

Der Entwurf eines Wohnbaus für die Gemeinde Wien im Sinne des heutigen Zeitgeistes soll zeigen, dass das Thema der Gemeinschaft und ihrer Ablesbarkeit in der Architektur auch heute noch eine große Rolle für den Wohnungsbau spielt. Durch großzügige Gemeinschaftsflächen im Innen- und im Außenraum bietet man sowohl den Bewohnern als auch den Besuchern viel Fläche für Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse.
Der Entwurf stellt somit eine Fusion aus der Analyse der Gemeindebauten der 20er und den zeitgemäßen Regeln und Gestaltungsprinzipien im aktuellen Wohnungsbau dar. In diesem Sinne soll der Entwurf die Gedanken des Gemeindebaus in die Zukunft führen.

 
 

Pläne und Perspektiven


 
 

Betreuung

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Naujokat (Prüfung)
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Anne-Julchen Bernhardt (Co-Prüfung)
Dipl.-Ing. Architektin Verena Hake